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21.11.11: Die Freundschaft vertieft

(Pressebericht MZ) Sie waren schockiert. Sie haben geweint. Aber sie haben auch Hoffnung gespürt. Denn bei allem Leid der deutsch-jüdischen Vergangenheit sind bestehende Freundschaften weiter vertieft worden: Für 19 Schüler des Arnold-Janssen- Gymnasiums (AJG) waren die vergangenen zwölf Tage in Israel eine Reise voller unvergesslicher Eindrücke.

In Begleitung der AJG-Lehrer Karl-Heinz Reinartz und Eva Greve unternahm die Schülergruppe aus Neuenkirchen und Wettringen eine Fahrt nach Israel. Kooperationspartner dort waren die St. Josef-Schule in Nazareth und die städtische Oberschule Yigal Alon in Ramat Hasharon. In diesen beiden Orten wohnten die zwischen 15 und 19 Jahre alten Teilnehmer jeweils fünf Tage in Gastfamilien mit gleichaltrigen Jugendlichen. Zudem standen Reisen innerhalb von Israel an. So ging es in den Norden bis an die Grenzen zu Libanon und Syrien, und es ging in den Süden zum Toten Meer und der Negev-Wüste. Auf diesen Ausflügen übernachteten die Schüler in Hotels.

Familie, Schule, Freizeit

Schwerpunkt dieser erneuten AJG-Israel-Reise war zum einen die Festigung der deutsch-jüdischen und deutsch-islamischen Freundschaft zwischen den Schülern. Dazu trug das Leben in den Familien ebenso bei wie der Besuch der Schulen und die gemeinsam verbrachte Freizeit. Zum anderen besuchte die Gruppe, oftmals in Begleitung der jüdischen Schüler, wichtige kulturelle und religiöse Orte – wie etwa das größte Holocaust-Museum der Welt, Yad Vashem in Jerusalem. Der Besuch dieses Museums rührte viele AJG-Schüler zu Tränen und warf die Frage auf, wie etwas derart Schreckliches in ihrem Heimatland geschehen konnte.

Wie kann das noch sein?

Nach der intensiven Beschäftigung mit dem Holocaust war es für einige Schüler, aber auch die zwei Begleitungslehrer unverständlich, dass es in Deutschland immer noch Straßen und sogar Schulen gibt, die nach Personen benannt sind, denen fremdenfeindliche und rassistische Anschauungen nachgewiesen werden konnten, wie das aktuelle Beispiel von Karl Wagenfeld zeigt. Besonders schockiert waren die Schüler des Arnold-Janssen-Gymnasiums, als sie mit dem Holocaust-Überlebenden Saul Oren-Hornfeld gesprochen hatten. Er schilderte seine traurige und dramatische Vergangenheit und zeigte den jungen Besuchern auch seine tätowierten Nummern, womit die Nazis ihm im Konzentrationslager das letzte Stückchen Identität genommen hatten.

Wichtige religiöse Orte

Auch wichtige religiöse Orte wie die Klagemauer, der See Genezareth, und die Grabeskirche waren Stationen der Israel-Fahrt, bei denen die Schüler in Referaten, die sie zu Hause vorbereitet hatten, nähere Informationen vortrugen. Bei der facettenreichen Fahrt, die durch die Landesregierung NRW mit einer beachtlichen Summe unterstützt wurde, lernten die Schüler zudem nicht nur die Lebensweise der Israelis kennen, sondern erfuhren auch mehr über ihre Kultur, ihre Religion und ihre Mentalität.

Jetzt mehr Verständnis

In Diskussionen in der Schule konnten die Schüler ihre Fragen loswerden, auch hinsichtlich des Palästinenser-Konflikts und der Beziehung zwischen den islamischen und jüdischen Jugendlichen, so dass sie mehr Verständnis für die jetzige Situation vor Ort entwickeln konnten. Nach dem tränenreichen Abschied am Flughafen in Tel-Aviv von den Austauschschülern am Sonntagmittag, waren die Schüler des AJG sich sicher, dass diese Reise eine Bereicherung für sie war – und dass sie bald zurück nach Israel kommen möchten, die ersten schon im Januar 2012.

(mit freundlicher Genehmigung von www.westline.de)



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